Die Schlacht von Dien Bien Phu - Das Ende des Kolonialismus in Vietnam
Am 7. Mai 1954 abends gegen 17:00 Uhr kurz bevor die Truppen des Viet
Minh den innersten Kreis der Festung von Dien Bien Phu stürmten, hisste
der Kommandierende von Dien Bien Phu
Oberst de Castries die weiße Fahne
auf seinem Kommandobunker. Eine 55 Tage dauernde Schlacht war zu Ende
und die Zeit der Kolonialmacht Frankreichs in Vietnam endgültig
abgelaufen.
Die Kolonialmacht Frankreich in Vietnam
1885 hatte Frankreich Vietnam vollständig als Kolonie unter seine Macht gebracht. Das Land wurde, wie andere Kolonien auch, systematisch ausgeplündert. Der Widerstand ließ sich aber trotz aller Gewalt der Kolonialisten niemals völlig unterdrücken. Am 02.09.1945 proklamiert Ho Chi Minh in Hanoi vor Tausenden jubelnden Menschen die Demokratische Republik Vietnam (DRV) und die Unabhängigkeit des Landes. Bereits wenige Tage nach dieser Proklamation landeten jedoch, unterstützt durch britische 'Ordnungstruppen', erneut ein französisches Expeditionskorps in Saigon. Es folgte ein erbitterter Kolonialkrieg.
Die Befreiungsbewegung Vietnams, der Viet Minh, hatte Anfang der fünfziger Jahre eine eigene gut organisierte Volksarmee für die DRV aufgebaut, die technisch von China unterstützt wurde. Zusammen mit laotischen Befreiungs- kräften der Pathet Lao befreiten die Viet Minh 1951/52 weite Teile des Nordens. Frankreich hielt im Nordwesten nur noch eine Stellung - nahe der laotischen Grenze in Lai Chau. Weitere Stellungen waren im Delta des Roten Flusses bei Ninh Binh. Die Kolonialmacht Frankreich spürte, dass die Kräfte des Viet Minh weiter wuchsen.
Ein neuer General tritt an
In dieser Situation entsandte die Französische Regierung im Frühsommer
1953 einen neuen General als Oberbefehlshaber nach Vietnam. General
Henri Navarre, zuvor beim Oberkommando der Alliieren Streitkräfte in
Westeuropa stationiert, sollte in Vietnam die Zusammenarbeit von
Viet
Minh und Pathet Lao unterbinden und vor allem die Volksarmee der DRV so
schwächen, dass es Frankreich gelingt, Vietnam dauerhaft in die
Französische Union einzubinden. Ho Chi Minh sollte durch die Schwächung
seiner Armee gezwungen werden, in Verhandlungen die Vorherrschaft
Frankreichs zu akzeptieren.
Der Plan Castor
Der Plan von General Navarre sah vor die vietnamesischen Truppen in eine große Feldschlacht zu zwingen, in der Frankreich seine Überlegenheit an Waffen einsetzen wollte, um die Armee aus 'zerlumpten Befreiungskämpfern, die sonst nur aus dem Dschungel heraus operieren' niederzukämpfen. Zusätzlich sollte ein Sperrriegel parallel zur Grenze von Nordlaos und dem Nordwesten Vietnams die Zusammenarbeit der Befreiungsarmeen von Vietnam und Laos unterbinden. Navarre suchte sich als Endpunkt für den Sperrriegel und als Ort für die Entscheidungsschlacht die Kleinstadt Dien Bien Phu aus, einen verlassenen Außenposten der französischen Kolonialarmee, fast an der Grenze zu Laos. Der zweite Endpunkt zirka 100 km nördlich sollte die französische Garnison Lai Chau sein.
Navarre begann zügig mit dem Ausbau Dien Bien Phus zu einer großen
Festung, umgeben von einer Anzahl Außenposten. Dien Bien Phu lag am Ende
einer langgestreckten (16 km langen und
8 km breiten) Talmulde die von
bis zu 1000 m hohen Bergketten umgeben war. Auf dieser Ebene, so Navarre
sollte die Viet Minh mit Artillerie, Panzern und Flugzeugen gestellt
und aufgerieben werden. Am 20. November 1953 wurden unter dem Codenamen
'Castor' die ersten Fallschirmjäger über Dien Bien Phu abgesetzt. Der
Aufbau der Festung erfolgte im Herbst 1953 und Winter 1954. Die gesamte
Logistik der französischen Armee lag ruhte auf der Unterstützung durch
Flugzeuge. Nicht zuletzt aus diesem Grunde war die Taktik Navarre's bei
der übrigen französischen Militärführung in Vietnam umstritten. Vor
allem der Oberbefehlshaber Frankreichs im Delta des roten Flusses,
General Cogny, äußerte Bedenken. Er befürchtete, dass es schwierig
werden könnte, die über Landstraßen nicht erreichbare Festung zu
versorgen.
In dieser ersten Phase des Aufbaus von Dien Bien Phu verhielten sich die vietnamesischen Kräfte des Viet Minh unter ihrem General Giap relativ ruhig. Nur vereinzelt störten sie aus den Berghängen heraus mit Feuer aus wenigen Geschützen den Aufbau der Befestigungsanlagen.
Die Umzingelung der Festung
In Wirklichkeit waren General Giap und seine Offiziere und Soldaten allerdings alles andere als untätig. In endloser Nachtarbeit trieben sie zusammen mit Freiwilligen Kasematten in die Berghänge, bauten Höhlen und Schluchten zu Lagern aus, um Waffen und Versorgungsgüter in den Berghängen zu verstecken.
Am 10.12.1953 gab Giap den Befehl zum Beginn der Schlacht. Der Viet Minh griff Lai Chau an und eroberte es innerhalb von nur zwei Tagen. Er zerbrach damit das Riegelkonzept von Navarre. Die Festung von Dien Bien Phu lag nun aber als völlig isolierter Punkt da - ohne Landverbindung zu anderen Truppen.
Der nächste große Schlag der Viet Min gegen die Festung erfolgte am 13. März 1954. Aus den Bergen heraus griffen sie einen der Außenposten im Nordosten des Tals an und eroberten ihn innerhalb nur eines Tages und einer Nacht. Die wichtigste Landepiste wurde zerstört und riesige Vorräte an Waffen und Munition der Franzosen vernichtet. Weitere Außenstützpunkte wurden Schlag auf Schlag in den darauf folgenden Wochen angegriffen und eingenommen. Der Ring um die französischen Militäranlagen in der Talmulde Dien Bien Phu's wurde immer enger. Dies brachte nicht nur die vietnamesischen Soldaten in ihren Laufgräben sowie schwere Waffen immer näher an den Kern der Festung, sondern machte es auch den französischen und den amerikanischen Luftstreitkräften zunehmend schwerer, das Fort mit Munition, Soldaten, Lebensmitteln, Medikamenten etc zu versorgen. Der Flak des Viet Minh gelang es, viele Flugzeuge abzuschießen. Teile der über Fallschirme abgeworfenen Militärgüter landeten nicht bei den Franzosen, sondern im umkämpften Niemandsland bzw. in den vietnamesischen Truppengebieten. Anfang April spitzte sich die Situation für die Franzosen zu. Der Viet Minh hatte es geschafft nahezu alle Außenposten zu erobern und seine Laufgräben zu den zentralen Militäranlagen der Franzosen voranzutreiben. Sie lagen so nahe gegenüber den Franzosen und der Fremdenlegion, dass französische Überläufer aus den vietnamesischen Gräben heraus per Megaphon die demoralisierten Kolonialsoldaten zur Aufgabe aufrufen konnten. Viele Soldaten der Legion, Marokkaner, Algerier und andere gedungene Soldaten verweigerten den Kampf.[2]
Die Niederlage
Am 06. Mai 1954 waren in der Festung Dien Bien Phu nur noch ein paar
wenige Tausend kampffähige Soldaten. Oberst de Castries beginnt mit der
Vernichtung der militärischen Dokumente und lässt weiße Fahnen nähen.
Einen Tag später ist die Schlacht zu Ende und Frankreichs Rolle als
Kolonialmacht ebenso. Der erste Kolonialkrieg in Vietnam hat
schätzungsweise
92 000 französischen Soldaten (und über 800 000
Vietnamesen das Leben gekostet. [5]
Warum der Viet Minh gewinnen konnte
Einer der wichtigsten Gründe für die Niederlage Frankreichs, war die Fehleinschätzung Navarres bezüglich der militärischem Situation in Dien Bien Phu. Sämtliche Annahmen über den Gegner waren falsch. Navarre hatte vorausgesetzt, dass es dem Viet Minh nicht gelingen würde, schwere Geschütze und Artillerie in die Berge um Dien Bien Phu herum zu schaffen und dort größere Truppenkontingente zu verschanzen. Er war davon ausgegangen, dass es ohne Flugzeuge und motorisierte Fahrzeuge unmöglich wäre, Truppen in größerer Stärke mit Waffen, Lebensmittel und medizinisch zu versorgen. Falsch war auch die These von Navarre, dass die DRV so gut wie keine technisch wirksamen Waffen besitze und noch weniger fähig wäre sie zu bedienen. Dazu kam die Unterschätzung der geographischen Lage. Die Talmulde, umgeben von Bergen und nur von einer Seite her durch Flugzeuge anzufliegen, wurde zur tödlichen Falle.
Die Kämpfer der Viet Minh hatten mit General Vo Nguyen Giap dagegen einen klugen und mutigen Militärführer. General Giap erkannte die Taktik des Gegners. Unsichtbar für die Franzosen, baute er mit seiner Armee getarnte Angriffsstellungen in den Bergen auf und ließ Frankreich lange Zeit in dem Glauben, dass der Viet Minh schwach sei. Auch seine Vorgehensweise, die Befestigungsanlagen von Dien Bien Phu nicht im Generalangriff zu nehmen, sondern Stück für Stück, die Außenposten anzugreifen und einzunehmen, erwies sich schnell als erfolgreich. [6] Auch seine Gewissheit, dass die Bevölkerung durch einen heldenhaften Einsatz ihre Befreiungskräfte unterstützen würden, war richtig und militärisch entscheidend. Selbst im Bereich des Sanitätswesens hatte Giap um Dimensionen weitsichtiger gehandelt, als sein Gegner Navarre. Giaps Freund Ton That Tung hatte mit großer Umsicht ein weit verzweigtes Sanitätswesen aufgebaut, in das vor allem die Bevölkerung der Dörfer in einiger Umgebung von Dien Bien Phu eingebunden war. [2,6]
Ein weiterer entscheidender Faktor für den Sieg lag ebenfalls außerhalb des Schlachtfeldes. Es war die großartige politische Willenskraft des Volkes seine Freiheit zu erringen. Abertausende Männer und Frauen schleppten auf ihren Rücken, Büffelkarren, bis zum Bersten beladenen Fahrrädern den Nachschub an die Front. Andere bauten hängende Brücken, die am Tage unter dem Wasserspiegel der Flüsse abgesenkt wurden, und reparierten Nacht für Nacht die durch Regen und Bomben beschädigten Straßen. [5]
Auch die internationale Solidarität und der Widerstand gegen den Krieg in Frankreich trugen zum Sieg des Viet Minh bei.
Situation in Frankreich
Das steigende Ausmaß der Kämpfe in Indochina hatte gegen Ende 1953 die französische Öffentlichkeit immer mehr gespalten. Die Opposition gegen den Krieg wurde immer größer. Der Tod Tausender Soldaten und ganzer Jahrgänge der französischen Eliteoffiziersakademie von Saint-Cyr ließ sich nicht mehr verheimlichen und noch weniger begründen. Geschürt wurde dieser Protest zusätzlich durch die äußerst schwierige Finanzsituation der französischen Regierung, die nicht zuletzt durch den Krieg in Indochina verursacht wurde. Die durch das Kabinett Laniel repräsentierte proamerikanische Politik propagierte den "Kampf bis zum bitteren Ende". Große Teile der französischen und internationalen Öffentlichkeit forderten dagegen das sofortige Ende des Krieges. Im Februar musste die Regierungen Frankreichs und der USA auf einer Konferenz in Berlin akzeptieren, dass die Indochina-Frage ab April auf einer Indochina-Konferenz in Genf verhandelt werden sollte. [1, 2]
Die Rolle der USA
Seit Anfang der 50iger Jahre steigerte die USA ihre Finanzhilfe und Waffenhilfe für die französischen Expeditionsarmeen in Indochina permanent. Vor allem Restbestände an Waffen aller Art einschließlich Napalm aus dem Koreakrieg wurden noch Vietnam gebracht, und gegen die DRV eingesetzt. 1953 finanzierten die USA 60% der Kosten für die französischen Kolonialtruppen in Höhe von 385 Millionen Dollar. [1] Wobei diese Militärhilfe der USA durchaus ein doppelbödiges Spiel war: Teile der alten Kriegsgeräte und vor allem Napalm ließen sich die USA gut bezahlen. [2] Amerikanische Politiker, unter ihnen der Außenminister John Foster Dullas und Richard Nixon waren außerdem direkt an der Ausarbeitung der französischen Militärstrategie beteiligt.
Operation Aasgeier (Vulture)
Angesichts der sich in Dien Bien Phu zuspitzenden Lage Ende März 1954 erkannte die französische Regierung endgültig, dass der Navarre-Plan gescheitert war und Frankreich es alleine nicht mehr schaffen konnte, den Krieg zu gewinnen. Außenminister Pleven sandte in dieser Situation den Chef des Generalstabs Ely in die USA, um diese um Hilfe zu bitten. Hilfe in jeder nur erdenklichen Form (Soldaten, Waffen, Flugzeuge), um nicht nur Vietnam zu 'retten', sondern ganz Indochina. Ely wurde in den USA von Außenminister John Forster Dulles und auch vom Präsidenten Eisenhower empfangen und erhielt alle von ihm erbetene Unterstützung. Die USA-Militärführung bot Ely darüber hinaus an, auf die rückwärtigen Teile der angreifenden Viet Minh Truppen die Atombombe abzuwerfen, um die Befreiungsbewegung auszulöschen und gleichzeitig die Unterstützung der Front durch die Bevölkerung zu unterbinden. Das Angebot trug den Codenamen 'vulture' - Aasgeier. Die USA wollte angesichts der ziemlich hoffnungslosen Lage in Dien Bien Phu dem endgültigen Einsatz der Atombombe nur unter der Bedingung zustimmen, dass verschiedene Länder, darunter England, dem Vorhaben zustimmen. England weigerte sich allerdings, diese Verantwortung zu übernehmen und auch die US-Regierung zögerte. So blieben die Flugzeuge mit der Atombombe an Bord auf der US-Luftwaffenbasis Clarkfeld in Manila am Boden [3]
Genfer Indochinakonferenz
Bereits während der frühen Phase des Kampfes um Dien Bien Phu hatte die
Regierung der DRV unter Ho Chi Minh sich öffentlich bereit erklärt, über
einen Waffenstillstand mit Frankreich zu verhandeln. Frankreich und die
USA lehnten anfangs den direkten Kontakt zur Regierung der DRV
allerdings strikt ab. Erst im Frühjahr 1954 beugten sie sich dem
internationalen Druck. Am 26.April 1954 begann in Genf eine
internationale Konferenz über Korea und Indochina. An ihr nahmen auf
vietnamesischer Seite die DRV sowie die Saigoner Regierung unter Bao Dai
(den letzten vietnamesischen Kaiser) teil. [3] Weitere
Konferenzteilnehmer waren die Regierungen von Laos, Kambodscha,
Frankreich, Großbritannien, der USA sowie China und der UdSSR. Am 20.
Juli 1954 wurde schließlich das erste Indochina-Abkommen unterzeichnet:
Auf politischer Ebene erkannten die Vereinbarungen die Unabhängigkeit,
Souveränität und territoriale Unabhängigkeit der Länder Indochinas,
Laos, Kambodscha und Vietnam an. Auf militärischer Ebene wurde
entschieden, die Streitkräfte der DRV und der Saigoner Regierung in zwei
Zonen nördlich und südlich des
17. Breitengrades zu trennen. Diese
Demarkationslinie sollte aber keine politische Grenze sein. Spätestens
im Juli 1956 sollten allgemeine, geheime und freie Wahlen Vietnam eine
vereinigte Regierung bringen. Die USA haben dies verhindert.
Literatur:
[1] Nguyen Khac Vien, Vietnam
eine lange Geschichte. Verlag The Gioi Publishers, Hanoi,
Freundschaftsgesellschaft Vietnam, Düsseldorf 1999 [2]Harry Thürk, Dien
Bien Phu – Die Schlacht, die einen Kolonialkrieg beendete
Brandenburgisches Verlagshaus Berlin 1994
[3] Günter Giesenfeld, Land
der Reisfelder Pahl-Rugenstein Verlag, Köln 1988
[4] Apokalypse Vietnam Rowolth
Verlag, Berlin, 2000
[5] Nespoli Luigi, Zambon
Guiseppe, Vietnam - Abelsgesichter Editor Zambon Verlag, Frankfurt am
Main, 1999
[6] Dien Bien Phu, History,
Impressions, Memoirs The Gioi Publishers, Hanoi, 2004
© Stefan Kühner,
Karlsruhe
Stellvertretender Vorsitzender der Freundschaftsgesellschaft Vietnam
http://www.fg-vietnam.de/
Gedicht:
DAS GERÄUSCH DER SCHAUFELN IN DIEN BIEN PHU
Jede Nacht hat eine Anzahl Soldaten hier ihr Fleisch und Blut geopfert,
Damit, bis zum Morgen, die Schützengräben ein wenig weiter
vorrücken.
Zum Sieg trug das Grollen der Artillerie bei, das zum Himmel
aufstieg,
Aber auch das bescheidene Geräusch der Schaufeln.
(Che Lan Vien)
Che Lan Vien, Gedichte - Tho`,
Xunhasaba Hanoi und FG Vietnam Düsseldorf, 2003
ISBN 3-9803978-2-3,
http://www.fg-vietnam.de/CLV.HTM
Che Lan Vien (1920 – 1989) ist einer der bekanntesten Dichter Vietnams.
Spotlight:
Dien Bien Phu 2004
50 Jahre nach dem Ende der großen Schlacht hoffen die Menschen in Dien Bien Phu und der Region auf einen kleinen Aufschwung. Aus dem durch Bombardements, Dauerartilleriefeuer und Grabenkriege zerstörten Siedlungen und Feldern ist schon lange wieder ein friedvolles Tal geworden. Die Stadt Dien Bien Phu zählt heute etwa 60.000 Einwohner. Sie hoffen, dass die Gedenkfeiern an die Schlacht gegen die französischen Kolonialisten Touristen in ihre Stadt bringt. Bei den Feierlichkeiten, die in vielen Städten Vietnams stattfinden, wird das Tal, in dem die Schlacht tobte, natürlich eine besondere Rolle spielen.
Eine ganze Serie von kulturellen und historischen Feiern finden von Anfang Mai bis zum Jahresende statt. Die Provinz hofft, dass 220.000 Besucher aus dem eigenen Land und 50.000 Ausländer kommen. Seit Mitte März sorgt ein Regionalflughafen für die Anbindung an die 450 km entfernte Hauptstadt Hanoi.
Im März wurde bereits ein 13,6 Meter langes 240 Tonnen schweres Monument nach Dien Bien Phu gebracht und aufgebaut. Tausende Schaulustige verfolgten die Ankunft der LKW-Flotte.
Das Monument zeigt eine Szene, in der ein vietnamesischer Soldat auf dem
Bunker des französischen Oberkommandos die Fahne der DRV hisst. An
seiner Seite ein weiterer Soldat mit Gewehr und ein Kämpfer mit einem
Kind auf dem Arm, das einen Blumenstrauß in Händen hält. Geschaffen
wurde das Kunstwerk bereits vor 40 Jahren von dem vietnamesischen
Künstler
Nguyen Hai. Nun wurde es unter Anleitung des heute 70-jährigen
im Verhältnis 1: 10 vergrößert und in Kupfer gegossen.
Auch über die Wochen der Gedenkfeiern hinaus baut die Region auf den Tourismus. Zahlreiche Reiseanbieter vor allem aus Europa haben das Tal entlang des Nam Youm Flusses und den hohen Bergketten bereits in ihre Reiseprogramme aufgenommen. In der Regel führen ein- bis zweitägige Tagestouren nach Dien Bien Phu. Neben der schönen Landschaft und historischen Erinnerungsstätten bietet das Tal Begegnungsmöglichkeiten mit der Kultur der Minderheiten, die in dieser Region wohnen. Thai, Muong, Nung, Khu, und Lao Volksgruppen bieten kunsthandwerkliche Produkte und volkstypische Textilien an.
(Quellen: diverse Artikel über http://english.vietnamnet.vn und http://www.nhandan.org.vn/)
© Stefan Kühner, Karlsruhe
Kontakt:Stefan-Kuehner@gmx.de
oder FG-Vietnam@t-online.de

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