Wirtschaft Vietnams
Vietnam hatte sehr lange Zeit unter den fürchterlichsten Kriegen zu leiden. Nach Ende des Krieges mit den USA und nach der Wiedervereinigung von Süd- und Nordvietnam lag alles in Schutt und Trümmern. Hinzu kam das politische und wirtschaftliche Boykott der USA, dem sich die meisten westlichen Staaten anschlossen, einen Neuanfang extrem erschwerten.
Nach vielen Jahren der Irrungen und Misswirtschaft, beschloss die KPV auf ihrem 6. Parteitag 1986 endlich weitreichende Reformen. Weltweit wurden diese Reformen unter der Bezeichung “doi moi” (Erneuerung) bekannt. Schritt für Schritt wurde Privatwirtschaft zugelasssen. In den letzten Jahren verzeichnete Vietnam ein kontinuierliches Wirtschaftswachstum um die 7% und es scheint auch in den nächsten Jahren so weiterzugehen.
Seit 1986 verzeichnet Vietnams Wirtschaft eine Tendenz von der Planwirtschaft zur marktorientierten Wirtschaft. Gemäss der Verfassung von 1992 sind verschiedene Unternehmensformen anerkannt und es besteht eine Garantie für Eigentum und Produktionskapital.
Zum Erfolg wurde die Privatisierung der Landwirtschaft. Immerhin dem wichtigsten gesellschafts- und beschäftigungspolitischen Sektor in der vietnamesischen Wirtschaft. Heute ist Vietnam der zweitgrösste Reisexporteur der Welt. Allerdings bestehen in der Industrie immer noch extreme Schwierigkeiten bei der Verlagerung des Schwergewichts vom staatlichen auf den privaten Sektor. Erst ca. 400 der ungefähr 6000 Staatsbetriebe sind bis Ende 2000 privatisiert worden.
Bei Neugründungen von privaten Unternehmen liegt die Konzentration mehr auf Handel, Kleingewerbe und der informellen Branche. Vor allem der Kapitalmangel und die völlig unterentwickelte Infrastruktur, sowie den unbefriedigenden rechtlichen Rahmenbedingungen stehen der Entstehung einer leistungsfähigen Wirtschaft entgegen. Wobei diese ungenügenden rechtlichen Rahmenbedingungen oftmals für potentielle auslän- dische Unternehmen ein Haupthinderungsgrund für eine Investition in Vietnam sind.
Unter anderem in den Hauptbereichen: Tourismus, Transportwesen, Industrieanlagen, Postwesen und der Erdölförderung wurden bis Ende 1999 fast 2900 ausländische Investitionsprojekte, mit einer Kapitalsumme von ca. 41 Mrd. US-Dollar genehmigt. Doch 1999 war das Gesamtvolumen ausländischer Direktinvestitionen dramatisch gesunken. Trotzdem wurde 2000 ein reales Bruttosozialproduktwachstum von mehr als 6% erreicht.
Der Zusammenbruch des RGW und die Einstellung der unentgeltlichen Hilfen der Sowjetunion hatten Vietnams aussenwirtschaftliche Basis komplett zerstört. Hinzu kam das inzwischen wieder aufgehobene Embargo der USA, wodurch Vietnam weitgehend vom internationalen Kapital abgeschnitten war.
Schnell gelang Vietnam eine Umstellung des Aussenhandels auf neue Partner, wie zum Beispiel Japan, Südkorea, Hongkong, Singapur, Taiwan und die EU-Staaten. Nach Aufhebung des US-Embargos und der Regulierung der vietnamesischen Schulden beim Internationalen Währungsfonds (IWF) erhielt Vietnam von diesem und der Weltbank, sowie der Asian Development Bank seit 1993 erhebliche Kredite.
Die wichtigsten Ausfuhrgüter Vietnams sind Rohöl, Reis, Meeresfrüchte, Kohle, handwerkliche und leichtindustrielle Güter, wie zum Beispiel Textilien und Schuhe, Kaffee, Tee, Pfeffer, Kautschuk. Importiert werden hauptsächlich Kraftstoffe, andere Erdölprodukte, Düngemittel, Stahl, Maschinen, Anlagen, Fahrzeuge, pharmazeutische Produkte Zucker, Baumwollstoffe und Garne, Schädlings- bekämpfungsmittel.
Vietnams konsequente Verfolgung des eingeschlagenen Weges von "Đổi mới" folgte am 11. Januar 2007 der Beitritt zur WTO. Damit kann Vietnam u.a. zu klaren Regeln am internationalen Handel teilnehmen und seine Bestrebungen bezüglich ausländische Investoren ins Land zu holen intensivieren. Jedoch birgt die Mitgliedschaft in der WTO für Vietnam auch gewisse Risiken. Vietnam musste vor dem Beitritt zur WTO 52 Gesetze ändern und kann sich gegenüber ausländischen Unternehmen bzw. internationalen wirtschaftlichen Entwicklungen nicht mehr abschotten. Auch für Vietnam gelten die Bestimmungen der WTO.
Kleine Anmerkung angefügt. Ich bin alles andere als ein Fachmann der Wirtschaft. Deshalb habe ich so gut wie es mir möglich ist, etwas zum Thema veröffentlicht. Gerade die jüngste wirtschaftliche Entwicklung Vietnams ist sehr komplex und bewegt. Sollten Sie daran interessiert sein zum Thema vietnamesischer Wirtschaft etwas auf "Vietnam kompakt" zu publizieren, so können Sie mich jederzeit kontaktieren.

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Kommentar von Herold | 2011-08-26
was für Sanitär-Hersteller,(Trinkwasserleitungen, Entwässerungsleitungen,Badeeinrichtungen, Armaturen usw.) gibt es in Vietnam
Kommentar von Susanne | 2011-05-03
Hallo, ich habe eine Frage bezüglich der Wirtschaft in vietnam und der Integration des fairen Handels in die Wirtschaft von Vietnam. Also in wie sich der faire Handel in der Wirtschaft bemerkbar macht?
Danke!
_Mit freundlichen Grüßen
Susanne Stiller