3000 Jahre Geschichte von Vietnam
Vorwort
Sehr geehrte Besucher,
im folgenden werde ich mit der Zeit einige Ausführungen über die mehrere tausend Jahre alte Geschichte Vietnams veröffentlichen. Interessant wird sein, daß dieser Artikel das Thema aus dem Blickwinkel vietnamesischer und nicht wie allgemein gängig aus westlicher Sicht wiedergeben wird. Zur Grundlage nehme ich "3000 Jahre Vietnam" von Lê Thàn Khôi. Ich fühle mich bei dessen Darlegungen der vietnamesischen Geschichte fast wie Marco Polo auf Entdeckungsreisen. Ich lade Sie ein daran teilzunehmen. Aufgrund des gewaltigen Umfanges des Themas, sehe ich mich dazu gezwungen, die Schilderungen komprimiert darzubieten. Auch sehe ich mich dazu gezwungen etliche Namen historischer Personen einfach wegzulassen, um Sie liebe Leser, nicht unnötig zu verwirren. Sollten Fachleute einige Ungenauigkeiten bemerken, so bitte ich um Verständnis. Bin ich doch kein Historiker bzw. Geschichtsgelehrter. Ich versuche dennoch die Geschichte so genau wie möglich wiederzugeben.
Die Ursprünge in der mythischen Zeit
Gemäß der Überlieferungen unternahm Đê Minh, ein Urenkel des mythischen Kaisers Thân Nông, eine Rundreise durch den Süden. In Unweite des Fünf-Pässe-Gebirges traf er die Göttin Tiên. Gemeinsam mit ihr zeugte er einen Sohn namens Lôc Tuc. Viel später teilte Đê Minh sein Reich in einen nördlichen und südlichen Teil auf und übergab sie jeweils seinen Söhnen Lôc Tuc und
Đê Nghi. Lac Long Quân, ein direkter Nachkomme Lôc Tuc's heiratete Âu Cơ, die ihm hundert Söhne gebar. Es war der Ursprung der Bach Viêt (Hundert Yüeh).
Königreich Âu lac
Hung Vương, König des Reiches Văn Lang und der letzte der Dynastie (auch Hông Bang genannt), besaß eine wunderschöne Tochter. Er lehnte es ab, sie seinem Nachbarn, dem König von Thuc zur Frau zu geben. Zwei weitere Bewerber um die Hand der schönen Tochter waren Sơn Tinh, der Geist der Berge und Thuy Tinh, der Geist der Gewässer. Der König bestimmte, daß derjenige von ihnen seine Tochter heiraten werde, der als erster mit rituellen Geschenken einträfe. Sơn Tinh erhielt letztlich die Hand der Tochter. Zornig entfesselte Thuy Tinh die Gewalten des Wassers, um Sơn Tinh zu vernichten. Jedoch Sơn Tinh schleuderte einen Blitz und besiegte somit die Fluten, die darauf verschwanden. In jedem Jahr, ungefähr zum sechsten und siebenten Monat wiederholt sich seitdem dieser Kampf zwischen den beiden Geistern.
Der abgewiesen König von Thuc indessen, erzog seinen Sohn Hung Vương in Haß auf das Königreich Văn Lang. Während der letzte Hung Vương sich zahllosen Ausschweifungen hingab, überfielen Truppen des Königs von Thuc seine Stadt. Daraufhin stürzte sich Hung Vương vor Angst in einen Brunnen. Dies war das Ende der Dynastie der Hông Bang. Nach seinem Sieg vereinigte Thuc Phan das Königreich Thuc mit Văn Lang zu dem neuen Königreich Âu Lac. Nach Überlieferungen konnte Thuc Phan den Bau der neuen Hauptstadt des Reiches nur mit Hilfe der "Goldenen Schildkröte" Kim Quy vollenden.
Was geschah denn wirklich? Ein Versuch der Erklärung.
Es gibt die Theorie, daß das vietnamesische Volk aus dem vorchinesischen Königreich Yüeh (Viêt) im unteren Yang Tse-Tal hervorging. Nach kriegerischen Unruhen sollen die Yüeh-Stämme
333 v. Chr. aus Chekiang nach Süden ausgewandert sein. Dort gründeten sie angeblich mehrere Fürstentümer und Königreiche. Später sollen die östlichen und südlichen Yüeh wieder von den Chinesen assimiliert worden sein.
Nur die Yüeh-Stämme der westlichen Wu, die Lac (heutigen Vietnamesen), die in den südlichen Provinzen Kuang Tung und Kuang Hsi am Wolkenpass siedelten, hatten trotz der Jahrhunderte bestehenden Vorherrschaft des gewaltigen chinesischen Reiches, einer vollständigen Assimilierung in ihm widerstehen können.
Fortsetzung folgt ...
Frei formuliert nach Vorlage von "3000 Jahre Vietnam" von Lê Thàn Khôi, Kindler Verlag GmbH, München, deutschsprachige Ausgabe 1969.




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