Tanzartistin (Diễn Viên Múa)

Ti-Fanny

Ti-Fanny

Ti Fanny, geboren 1984 in Aachen - Deutschland
Sprachen:
Deutsch, Französisch, Englisch, Spanisch, Vietnamesisch

Als ich sechs Jahre alt war haben meine Eltern mich nach Krefeld mitgenommen, wo mein Vater seine neue Stelle in der Musikschule angetreten und danach das Studio-Theater ins Leben gebracht hat. In meinen Kinderaugen war alles lustig: tanzen, singen, schauspielern, Requisiten basteln waren wie ein Kinderspiel im Rampenlicht, denn das Studio-Theater ist professionell ausgestattet und wir organisierten regelmäßig öffentliche Aufführungen.

Zu Hause hat Mama immer gesungen, später fing sie noch an zu malen und Papa hat in seinem Zimmer irgendwelche neuen Lieder für ein neues Musical komponiert. Die jungen Jahre im Studio-Theater gingen ruckzuck schnell vorbei, in mir bleiben fest gebrannt meine Bühnenerfahrungen, das Rampenlicht und die Freude, der Applaus vom Publikum.

Was Kinderspiel damals war, ist heute der Ernst meines Lebens geworden. Nachdem ich erfolgreich meinen Abiturabschluss in den Fachrichtungen Musik und Sprachen bestanden hatte, nutzte ich die Freiheit aus mich ein bisschen in der Welt umzusehen. So reiste ich ein bisschen herum, in Europa, Australien, Kuba. Auch so, eines Tages, habe ich das Flugticket nach
Ho Chi Minh - Stadt in die Hand bekommen, eine Reise, die nicht wie andere Reisen werden sollte, weil ich weder meine Muttersprache noch das Land, wo meine Mutter geboren ist, kannte.

Ti-Fanny

Vietnam hat mich festgehalten. Ich habe angefangen im Lande die Sprache meiner Mutter zu lernen. Nicht schulmäßig, sondern einfach so, vom Leben halt.

Eines Tages habe ich sie angerufen, sprach zum ersten Mal in vietnamesisch mit ihr und hörte dann ein lautes Lachen von anderem Ende der Telefonleitung. Sie fragte mich, wo hast du denn den Akzent her ?! Ja, Mama, was für ein Akzent? Ich wusste nicht anstatt „bánh“ zu sagen, habe ich „béng“ gesagt, anstatt „ngàn“ sagte ich „nghèn“ gesagt und so weiter und sofort...Mittlerweile kann ich die vietnamesischen Akzente unterscheiden und weiß, Mama spricht mit einer Mischung Nord-Süd Akzent, ich aber spreche wie „dân Quảng“ (Zentralvietnam).

Eines Tages fuhr ich mit dem Motorrad an der Nationalen Tanzakademie von Ho Chi Minh-Stadt vorbei und prompt habe ich mich dort vorgestellt und wurde gleich zur Aufnahmeprüfung eingeladen, diese dann bestanden und wurde zum Studium aufgenommen. Aus dem Vorhaben, nur sechs Wochen zum Kennenlernen in Vietnam zu bleiben sind drei Jahre geworden. Das Land, die Menschen, die Tanzakademie und meine Professoren haben mir neue Horizonte, Hoffnungen und Gefühle gegeben. Sie haben mich mit offenen Armen genommen.

Den Abschluss zum „Tanzartist“ an der Tanzakademie habe ich mit Auszeichnung absolviert.

Ti-Fanny

Meine Tanzklasse hat an dem Blumenfestival in
Đà Lạt diese Jahres teilgenommen. Es war eine neue Erfahrung auf der schwimmenden und wackelnden Bühne auf der Wasseroberfläche von dem See Hồ Xuân Hương zu tanzen.

Im Festival „The Friendship Festival Of Competition of Folk Songs and Dance 2006“ in Ho Chi Minh-City habe ich Tanzartistin Diễn Viên Múadem zweiten Preis mit meinem Solotanz „Mâm Vàng“ bekommen, der erste Preis ging an eine Tanz- gruppe aus Indonesien.

Der Herbst kommt! Im Gepäck, jede Menge von Bühnentanzkostümen und Tanzaccessoirs und im Herz, alle vietnamesischen traditionellen Tänze wie Múa Nón, Muá Quạt, muá Thái, muá Chàm, muá Mâm Vàng ...., kehre ich Ende September zurück nach Frankreich, um mein Studium zur Tanzprofessorin in Paris anzufangen.

Bühnenauftritt: Traditionelle Vietnamesische Tänze Unterricht: Ballet, Jazz, Modern-dance und Traditionelle Vietnamesische Tänze.

Frankreich, September 2006

www.tuyettran.de

 

All Copyright Text und Photos: Ti-Fanny

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Kommentar von Le | 2012-01-25

Wow! Deine Leistungen sind beachtenswert.
Wie schaffst du es, dich in so vielen Sprachen blendend auszudrücken?

In Offenbach am Main gibt es auch eine Schule für vietnamesische Kinder. Hast du Interesse und Zeit, sie kennenzulernen?
Du kannst den Kindern von dir erzählen, wie du vietnamesisch gelernt.
Mein Sohn, Vuong, 9 Jahre lernt vietnamesisch wie eine tote Sprache. Er schreibt, liest aber will nicht sprechen. Zuhause spreche ich vn. und dt. mit ihm; er antwortet auf deutsch. Manchmal "deprimiert" mich das schon!

Es würde mich freuen, bald von dir zu hören.
Trang Le