Unvollendeter Frühling

Gedichte

31 Gedichte von The Dung enthält ein dünnes Gedichtbändchen, das bereits 2003 vom Horlemann-Verlag in Berlin herausgegeben wurde. The Dung wurde 1954 in Tuyen Quang in Vietnam geboren, studierte Pädagogik, war Soldat und Lehrer und Redakteur der Zeitschrift "Literatur und Kunst". 1989 ging er als Vertragsarbeiter nach Berlin, wo er heute lebt und arbeitet.

Das Traurige überwiegt in den Gedichten von The Dung. Es ist nicht nur die Trauer über den Tod eines Menschen im Gedicht "Vor dem vietnamesischen Sarg in Pasewalk" und die Trauer über die Einsamkeit fern der Heimat in 'Brief' und die verlorene Liebe in 'Im Nebel'. Die Zerrissenheit des Emigranten, der 1989 als Vertragsarbeiter in die DDR kam, ist ein weiteres Grundthema seiner Gedichte. An deutlichsten vielleicht erzählt dies das Gedicht 'ohne Worte'. Ich habe die Hälfte meines Lebens / nach Deutschland exportiert, / um mit dem Mond oder der Sonne zusammenzuarbeiten? / Schweißperlen der Freude / treten regenbogenfarben ans Licht / Schweißperlen der Trauer, alles / erfassend – den Blick in die Ferne gerichtet.

Doch es gibt da glücklicherweise auch Zeilen der Hoffnung: Leben heißt immer neues Entstehen,/unaufhörlich, allen Schmerzen zum Trost! / Ist der Gegensatz zwischen Frühling und Tränen, / ist Liebe zum Morgen der kommt.

Egal ob traurig oder hoffnungsvoll, beeindruckend ist die bildhafte Ausdrucksweise klare und Sprache des Dichters.

The Dung
Unvollendeter Frühling – Gedichte
Horlemann Verlag, Berlin 2003
ISBN: 3-89502-165-2; Euro 9,90

© Text: Stefan Kühner